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![]() LARP Eines der wahrscheinlich ungewöhnlichsten Hobbies überhaupt. Etliche tausend Leute sind mit diesem Virus infiziert. Ist ja auch eigentlich kein Wunder... Man kann damit Sachen erleben, die in der alltäglichen Umwelt niemals zu denken sind. Es gibt einem die Möglichkeit, mal völlig in einer anderen "Welt" zu agieren, die man nur aus Büchern oder Filmen her kennt. Und da es auch eines meiner liebsten Hobbies ist, habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht:
Der "Virus" LARPLARP kommt aus dem englischen und heißt Life-Action-Role-Playing. Sein Ursprung ist das normale Fantasy-Papierrollenspiel und wurde stark durch das Thema Mittelalter und Filme wie "Conan", "Der Dunkle Kristall" oder "Legende" beeinflußt. Wie und warum man von dem Fieber um das LARP angesteckt wird, ist nicht ganz schlüssig. Es gibt viele Ursprünge, wie man an das Thema Fantasy überhaupt herankommt. Viele (laut Erfahrung) haben über die Standardliteratur wie z.B. "Der Herr der Ringe" und dem Papierrollenspiel den Zugang gefunden, andere direkt über die Filme, manche (so wie ich) über Computer-Fantasyspiele (wie "The Bard's Tale"). Einige wenige sind auch jetzt erst durch die Medien oder durch Freunde und Bekannte zu dem Thema gekommen; ohne Umweg über Literatur o.ä. Der Punkt ist: wenn man zu diesem Zeitpunkt das Thema Fantasy nicht komplett ablehnt, ist man ihm hoffnungslos verfallen. Wobei die Geschmäcker selbstredend in verschiedene Richtungen gehen: mache mögens lieber romantisch (Held-rettet-Herzensdame), andere lieber blutrot (Hack-n-slay). Egal, wie man seine Richtung auch nennt (Sword&Sorcery, High Fantasy, Classic Fantasy/Heroic Fantasy), es bleibt halt alles unter dem gleichen Thema. Alle haben sie eins gemeinsam: Es spielt sich im Kopf ab; die Imagination
ist gefragt. Man kann viele Abenteuer spinnen und sie zu einem mehr oder
weniger interessanten Ende bringen. Und jetzt hört man von diesem
Begriff: LARP. Hier dreht es sich um die reale Darstellung von allem,
was sich vorher im Kopf abgespielt hat. Man gewandet sich in mittelalterliche
oder Fantasy-Trachten, man spricht plötzlich so geschwollen... "Seid
Ihr nicht jener, der am gestrigen Abend der Dame Dulcinea das Brot darbot?" Die Kämpfe sind auch ein beliebtes Thema. Da der Spieler im LARP
ja auch die (scheinbar) reale Gefahr durch Monster erfährt, muß
man sich ja nun auch mit geeigneten Mitteln zur Wehr setzen. Waffen! Gepolstert,
und daher weitestgehend ungefährlich, sind für's LARP ideal.
Man bastelt sie sich selber oder kauft sie in einschlägigen Läden.
Sie sind ungefährlich, aber trotzdem spürt man sie, wenn man
getroffen wird! Das macht Spaß, man hat ein wenig Action und ist
ziemlich ungefährlich! Zusammenfassend: Viele sind dabei, weil sie einfach Spaß haben wollen. Man lernt einfach viele Leute kennen, die das gleiche Hobby haben. Man spielt eine Rolle, die im normalen Leben undenkbar wäre. Man ERLEBT Sachen, die es nur in Mythen oder Legenden gegeben hat. Es gibt bestimmt noch viele Gründe, die dafür sprechen; aber ich denke, jeder hat sich so seine eigenen Gedanken gemacht.
Ein
wenig zur GeschichteIch möchte hier nicht unbedingt die kompletten und historisch korrekten Gegebenheiten wiedergeben, aber ich denke mal, daß ich meine Vermutungen hier einfach mal äußern kann. Angefangen hat es wohl mit den Geschichten und Legenden, die sowieso schon überall existierten. Geschichten über Sidhe (irische Elfen), Zwerge, Feen und viele andere sind schon uralt. Jeder kennt zum Beispiel die Geschichte über den goldenen Topf am Ende des Regenbogens.... Ein wichtiger Meilenstein ist dann "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien gewesen, mit seinem Vorläufer "Der kleine Hobbit". Dieses Buch hat den ersten Schritt gemacht, und ihm folgte eine Lawine. Tausende von Fans gerieten in einen wahren Taumel dieses Themas. Fanclubs sprossen wie Pilze aus dem Boden, und dieses Buch wurde immer wieder in neue Sprachen übersetzt. Über die ganze Welt verstreut hat man plötzlich diesen Begriff geprägt: FANTASY. Auch andere Fantasy-Authoren werden nun verstärkt von diesen Fans beachtet. Die Fantasy erlebt einen wahren Boom. Hier ein paar Bücher aufzuzählen würde anderen, die genauso gut sind, Unrecht antun, weil sie nicht erwähnt wurden. Nicht viel später wird eine neue Marktlücke entdeckt und ausgenutzt: das Spielbuch. Unter Themen wie im "Herrn der Ringe" muß der Leser mit einem speziell erschafften (erwürfelten) Character die Kapitel einzeln lesen. Am Ende eines jeden Kapitels muß der Leser entscheiden, wie er sich in der beschriebenen Situation entscheiden will, dementsprechend wird er auf ein anderes Kapitel verwiesen. Zwischendrin kann es auch vorkommen, daß er gegen ein Monster kämpfen muß; dafür werden spezielle Regeln beschrieben. Nur wenn der Leser die richtigen Entscheidungen trifft und jeden unausweichlichen Kampf siegreich beendet, kommt er bis zum Ende des Buches. Jede andere Entscheidung kann in eine Sackgasse führen, die mit dem Tod des Characters oder sonstwie für den Leser unbefriedigend endet. Ein weiterer Schritt ging dann in die Richtung des Papierrollenspiels, wobei hier keine Beschränkung auf das Thema Fantasy blieb. Man erschafft sich einen ausgefeilteren Character, als man ihn vom Buch her kannte, u.U. nach einem ganzen Buch voll Regeln. Es blieb auch nicht bei einem Spieler; Spielergruppen zwischen 2 und 6 sind üblich. Es existiert ein Spielleiter, der sich gut in den Regeln des Spiels auskennt und für Fragen des Spielers herhält. Er sorgt auch für die "Atmosphäre" im Spiel, denn hier wird nicht mehr nach Kapiteln einer Lektüre gespielt. Er schildert Situationen, in denen sich der / die Spieler befinden, und die Spieler sagen dann, wie sie entsprechend auf die Situation reagieren. Der Spielleiter reagiert nun wieder und spielt die Geschichte weiter. Dies ist eine haarsträubende Angelegenheit für den SL, da er multiple Charactere spielen können muß. Er hält den ganzen Spielverlauf im Kopf und ist quasi der Fernseher, durch den die Spieler die Welt sehen. Je nachdem, wie gut der SL seine Sache macht, umso atmosphärisch dichter wird die ganze Geschichte. Die Charactere können sich dann sehr gut in ihre Charactere hineindenken und "sehen" die ganze Szenerie in ihrem Kopf. Kämpfe laufen auf ein Duell der Würfel hinaus, wo verschiedene Einflüsse das Würfelglück mal zu der einen, mal zu der anderen Seite neigen lassen. Auch die Filme haben sich dem Genre zugewandt. Typische Vertreter sind "Conan", "Legende", "Der Dunkle Kristall", "Hawk, Hüter des magischen Schwertes", "Dragon Slayer" und viele andere. Auch "Der Herr der Ringe" wurde in einen Film umgesetzt (über dessen Qualität sich die Geister streiten). Gerade Trickfilme sind einfach in diesem Genre zu erstellen, braucht man doch nicht den ganzen Aufwand um die Gewandungen betreiben. Computerspiele, gerade in den 80er Jahren, haben eine Extra-Rubrik erhalten. Angefangen mit der Serie "Ultima" über Meilensteine wie "The Bard’s Tale", "Dungeon Master" und bis jetzt mit "Dungeon Keeper" halten sich bis in diese Zeit und werden wohl auch so schnell nicht aussterben. Und schließlich entstanden (recht erfolgreiche) Versuche, daß ganze in die Realität zu projezieren. Mittelaltermärkte gab es schon, also kann ein Fantasy-Spektakel gar nicht so schwierig sein. Ein ziemlich imposantes Beispiel gibt da die SCA (Society of Creative Anachronism), die ein interessantes Gemisch aus Mittelalter und Fantasy darstellt und dessen Mitglieder schon mit echten Rüstungen herumlaufen (während bei manchen Mittelalterspektakeln die Rittersleut mit gestrickten Silberwoll-Pullis auf ihren Pferden sitzen). In Deutschland gab es auch eine Reihe von Ansätzen, die allerdings nicht so weit an die Öffentlichkeit drangen. Erst als 1992 die ersten öffentlichen LARP-Conventions (Cons) stattfanden, wurde die Fantasy-Szene hellhörig. Nach einem weiteren Jahr sprossen neue Clubs und Vereine wieder wie Pilze aus dem Boden. Viele Cons, von mehr oder weniger guter Qualität (in Bezug auf Ambiente, Szenarien, Regelsystem und Spielleitung), fanden seitdem statt. Man kann sich fast an jedem Wochenende an einem anderen Platz in Deutschland auf einem Con tummeln. Man trifft immer mal wieder auf Leute, die man auf einem anderen Con gesehen hat... Interessant ist die Tatsache, daß sich in den Interessen der Fans sowohl in die Richtung Fantasy als auch Mittelalter gehen. Das Mittelalter hat seinen Reiz darin, daß man etwas dokumentiertes hat; es ist Geschichte! Man weiß, wie man sich damals verhalten hat, und man weiß was man damals trug. Das Gegenargument der rein Fantasybegeisterten ist die Tatsache, daß das Thema Mittelalter einem die Gewandung und das Verhalten vorschreibt und man nur in der Fantasy sich richtig ausleben kann (nach seiner Phantasie). Schade finde ich, daß sich einige dem LARP zuwenden, um Machtgefühle auszuleben, ihr Ego so weit auszufahren, daß einem übel wird. Andererseits... ich bin froh, daß ich dieses Hobby habe. Ich habe so viele schöne Erfahrungen gesammelt und so viele liebe nette Leute kennengelernt, die mir so sehr am Herzen liegen, daß ich sie nicht missen möchte. Und ich würde es wieder tun - diesem Hobby verfallen. Wie sagte jemand doch so schön: "The only way to get out
is... piece by piece!"
Wie
organisiert man sowas?Dies soll keine direkte Anleitung sein, denn es hängt ja immer von der jeweiligen Situation ab, mit der man konfrontiert wird. Aber es gibt so ein paar Anhaltspunkte, über die man sich schon im Vorfeld Gedanken machen kann. Da wären zum Beispiel: Der Ort des Geschehens: SL’s: Spieler: NSC’s: Datum des Geschehens: Benachrichtigung: Szenarien: Zum Spiel selbst: Ich will nicht behaupten, daß diese Liste vollständig ist, aber das sind so meiner Meinung nach die Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man einen Con veranstalten will. |
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